Oldtimertraktoren

 von Hanomag und Fendt

 bei Volkert Wogensen

"....wie kommßu denn dazu - fährst du
denn nich` schon genuch Trecker ??!!?"
Kommentar eines älteren Landwirts auf meine Leidenschaft für Oldtimerschlepper

Hier 4 mal Fendt, Bj.1965 -1983, noch im Arbeitsleben.

Alte Trecker fahre ich eigentlich schon ein Leben lang, nur in den sechziger Jahren war ein Trecker eben schon hoffnungslos veraltet wenn er 10 Jahre alt war und es hieß "...du mußt auch mal 'n Neuen haben...". War halt nicht drinn' auf einem kleinen Betrieb...
Heute ist es immer noch nicht drinn', mit dem kleinen Unterschied das der jüngste Schlepper jetzt schon 30 Jahre alt ist und am liebsten noch 10 Jahre halten soll.
Damit man länger davon hat verteilt man die Arbeit auf mehrere dieser Veteranen um den Betrieb mit 20 Pferden  über die Runden zu kriegen.

Hanomag Traktoren

Hanomag R22

Hanomag R 22

Mit ihm fing alles an.
Als wenn nicht schon alles alt genug ist, älter geht immer. 1985 - bei einem Schrottplatzbesuch stand er da - ein Hanomag R22 aus dem Jahre 1955- verrostet, verschlissen, Motor fest, nichts geht mehr....Werdegang : Bauernhof, Tief- und Straßenbau, Segelverein, Alteisen. Sentimentalen Tag gehabt, Schrottpreis bezahlt, abgeholt, Motor mit Montierhebel gangbar gemacht Diesel und Wasser aufgefüllt, passendes Lenkgetriebe dem Nachbarn abgeschnackt und eingebaut, angeschleppt und .... läuft. Natürlich nur zum Rumspielen, super Sound und so, bringt dem Liebhaber alter Dieseltechnik halt Spaß! Da Ersatzteile kaum zu bekommen und teuer sind, wurde der R 22 erst einmal untergestellt und höchstens mal zum Spielen rausgeholt.

Spaßtour mit Wolfgang

Durch eine Verkaufsanzeige im Bauernblatt wurde ich auf einen R 22 Bj. 1952 aufmerksam - gut erhalten, komplett, TÜV möglich, u.s.w. Der Gedanke war einfach sich die viele Arbeit und die Sucherei nach Originalteilen zu sparen.

....und mit

Das gute Stück.....

...soweit so gut - bei genauerem Hinsehen entscheidet man sich dann doch zum Restaurieren, zuviele Roststellen und verschlissene Teile. Motor und Getriebe waren soweit noch in Ordnung.

Restaurationchaos

Da man ja auch noch " Anderes" zu tun hat, zieht sich so die Restauration über 4 Jahre hin. Blecharbeiten an Kotflügeln und Motorkleid, entrosten und schweißen von Felgen, aufarbeiten von Lagern und Gelenken, neue Reifen und Austausch von unzähligen Dichtungen, flicken von Kühler und Tank mit anschließender Grundreinigung vor dem Grundieren und Lackieren im Originalton.

2 mal R22

Zum Schluß erfolgte die komplette Neuerstellung der Elektrik. Das Internet ist voll von Restaurierberichten zum Thema Oldtimerschlepper - ausführlich werden, das kann ich mir hier sparen.

Spannend wurde noch der TÜV-Termin mit Vollabnahme im Dezember 1995. Alles kein Problem - es gibt ja auch Oldtimerfans unter den TÜV-Ingenieuren! Und " on the road again ! "

Damit der R22 kein Museumsstück bleibt wurde er natürlich- außer zu kleinen Ausfahrten- auch zur Aushilfe im landwirtschaftlichen Bereich genutzt. Von einem Bekannten aus Angeln bekam ich einen Ventzki 2-Scharpflug mit mechanischer Handaushebung (-der R22 hat schließlich keine Hydraulikanlage-) und schon erschloß sich ein neuer Bereich für mich - das "Oldtimerpflügen".

Oldtimerpflügen in Hochviöl 1996

Saskia pflügt

Aufregend war das erste große Oldtimerpflügen 1996 in Hochviöl auf dem Festland, wo der R22 gar nicht mal so eine schlechte Figur machte. Daraus entwickelte sich ab 2005 das jährliche Oldtimerpflügen mit den Treckerfreunden von der Insel auf einem Acker unseres Pferdehofes.

Hanomagreise

Bildergalerien 

Hanomagreise 2006

Oldtimerpflügen 2006

Oldtimerpflügen 2008

Oldtimerpflügen 2009

Oldtimerpflügen 2011

Der Hanomag R16 bei seiner Reise auf die Insel (...mit einem Anhänger voller Ersatzteilen.)

Hanomag R 16

Mit dem R16 sollte nun ein kleiner Hanomag in die Sammlung. Im Kreis Segeberg wurde ich 1992 fündig. Bei einem Hobbypferdehalter sollte ein größerer Schlepper her. 

R16 im Original

Bei uns auf dem Hof war der R16 dann auch für Vieles gut, hier im Bild die "Gästekinderbespaßung" .

Nach langer Zeit des Wenigtuns und Dahindämmerns wurde es ernst - meine Saskia brauchte ihren eigenen Hanomag - der R16 wird restauriert. Man hätte ihn auch im Originalzustand belassen können, doch die Rostschäden an den Kotflügeln waren einfach zu groß, er hätte wie ein Flickenteppich ausgesehen.

Am Getriebe offenbarten sich Lager- und Dichtungsschäden. Alles wurde auseinandergenommen, geeinigt und zusammengebaut. Damit wir den 16er auch zum Pflügen einsetzen können, wurde er nachträglich mit einer Hydraulikanlage und Kraftheber nachgerüstet. Mein Hanomagfreund- und Berater Helmut Pohl aus Brodersby (leider verstorben 2014) hatte noch alles komplett dafür an Teilen liegen.

Grundiert.

Vorbehandelt mit Owatrol.

Die provisorische Lackierkabine.

Auch die Felgen erforderten reichlich Arbeit.

Die gesamte Elektrik
wurde neu verkabelt.

Nach und nach folgte der Wiederaufbau. Nachdem alles gereinigt war, wurde die Hydraulikanlage neu aufgebaut, Bremsen ,Lenkung und Vorderachse überholt, der Rumpf neu lackiert und zwar in Fendt-Diamantgrau - Grau ist halt Saskias Lieblingsfarbe.

Die erste grössere Tour ging dann zum Treckertreffen.

Nach der Überholung und Lackierung aller Blechteile ging's zum TÜV - Ohne Mängel!

Treckertour 2013 an der Schlei entlang....

Der Hanomag R35 am Fundort.

Hanomag R 35

Mit dem R16 sollte nun ein kleiner Hanomag in die Sammlung. Im Kreis Segeberg wurde ich 1992 fündig. Bei einem Hobbypferdehalter sollte ein größerer Schlepper her. 

Verladen.

...ab in die Werkstatt.

Bestandsaufnahme

Nachdem ich durch die Restauration meines Hanomag R22 irgendwie zum Hanomagfan geworden bin, entwickelte ich eine sensible Antenne für schlummerndes Alteisen aus Hannover. Mein Schwager Wolfgang erzählte mir 1994 von einem 35er Hanomag in der Nähe von Flensburg- angesehen, gekauft, geholt. Verladen auf einem Trailer und von Niebüll nach Westerland, hinter den VW Passat gebunden und dann mit dem Autozug über den Damm auf die Insel. So günstig und einfach geht's heut leider nicht mehr. Zuhause gings gleich zur Wiederbelebung in die Werkstatt. Der Motor des Schleppers lief zwar noch mehr schlecht als recht, doch man konnte ahnen was auf mich zukommen würde: Motor verschlissen, Rahmenbruch, Vorderachse verschlissen, Vorder- und Hinterräder rott. Das Blechkleid war noch vollständig und regenerierbar. Der noch vorhandene Frontlader wurde für gutes Geld verkauft. Da die Kurbelwelle nicht zu retten war, besorgte ich mir kurzerhand einen zweiten R35 von einem kleinen Zirkus als Ersatzteilträger, finanziert durch den Verkauf des ebenfalls vorhandenen Frontladers.

Teilespender nach einem Zirkusleben.

Letzte Fahrt vor dem Ausschlachten.

Hanomag R35 im Aufbau

 Kaum zu glauben, das ich den Schlepper noch zum Laufen bekommen habe.Er war aber leider völlig aufgeschlissen und wurde für die Kurbelwelle geschlachtet. Hier ist mein R35 vor dem Zerlegen und nach der kompletten Motorüberholung vor dem Wiederaufbau zu sehen.

Erstes Pflügen 2006.

Erste Ausfahrt.

Hanomag R35

Trauriger Zustand.......

Hanomag R 40

Mit dem Hanomag R40 sollte 1996 der kultigste Schlepper aus Hannover in meine Sammlung kommen. Von seinem Zustand her war er eine schöne Restaurationsaufgabe und natürlich eine Herausforderung. Der Blechzustand : Keine Durchrostungen, alles Original aber fürchterlich verbeult. Naja - die Arbeit will man ja! Der Motor lief mehr schlecht als recht, aber das würden wir schon hinbekommen.

Hanomag R40

Der D52 Motor - 40 PS, 5,2 Liter Hubraum bei 1200 U/min

Sein letztes Dasein als Schlepper mit angebautem Atlasbagger zum Mistladen hatte allerdings seineSpuren hinterlassen: Motorblock mit Hitzerissen, Kurbelwelle eingelaufen, Tellerrad im Getriebe mit Karies, Kühler undicht usw. Die Seitenbleche und Ackerschiene fehlten, die Vorderachse verbogen und der Vorderachsbock gerissen......
Naja, dann noch neue Reifen, neues Dach, Beieuchtung sowie die gesammte Elektrik, fehlendes Anhängemaul und so weiter ..... 
Aber wenn es irgendwie geht - wieder alles original instandsetzen, halt so, wie er damals aussah!
Bilder von der Restauration gibts kaum, man hat halt noch nicht so verschwenderisch fotografiert wie heute mit "digital"

Waschtag

Beim Motorausbau war es noch sehr spannend...
Das ganze Projekt zog sich über mehrere Jahre hin.
Im Jahre 2002 rollte der R40 das erste mal wieder an die frische Luft - zum Waschen!!
Neuer Kühler, Motor generalüberholt, Getriebe gemacht, 
Vorderachse neu gebuchst und gelagert, Ackerschiene und Anhängemaul besorgt.
2003 folgte dann die Fertigstellung.
Es folgte noch die Zulassung und die Vollabnahme beim TÜV. Und dann........... "on the road again".

.....stolz!

.....läuft!

Treckertour

Oldtimerpflügen